Armut hat keine Lobby —
aber einen langen Atem.

Die thoma-stiftung wurde im Jahr 2001 von Harald Thoma gegründet. Sie ist die Fortsetzung der Initiative von Harald und Ingrid Thoma, die im Jahr 1989 als ursprünglich einmalig gedachte Hilfsfahrt nach Schäßburg begann.

Nach dem Tod von Harald Thoma im Jahr 2003 führte seine Frau Ingrid Thoma die Stiftungsarbeit und Hilfsfahrten im Sinne ihres Mannes mit der Unterstützung ihrer gemeinsamen Kinder Annekatrin Lamothe und Ralf Thoma bis zu ihrem Tod im Jahr 2026 fort. Seitdem wird die Stiftung von der nächsten Generation im Namen von Harald und Ingrid Thoma weitergeführt.

Neben der finanziellen Hilfe und der Verteilung von Sachspenden ist vor allem die menschliche und persönliche Ansprache sowie die individuelle Unterstützung der Betreuten eine der Besonderheiten dieser Stiftung.

Verwaltungskosten werden in voller Höhe von der Familie Thoma getragen – somit ist garantiert, dass jeder gespendete Euro oder jede Sachspende bei den Bedürftigen in Schäßburg ankommt.

Der Erfolg der Stiftungsarbeit ist zu einem großen Teil durch die langjährige, ehrliche und engagierte Unterstützung und Zusammenarbeit unserer Vertrauensleute vor Ort möglich.

Wirken

Die thoma-stiftung setzt sich seit 1989 in einem Land voller Korruption, Ungleichheit und Armut für bedürftige, kranke, alte Menschen und kinderreiche Familien der Stadt Schäßburg (rum. Sighișoara) ein, um somit die Chance auf ein weniger leiderfülltes und einigermaßen menschen-würdiges Leben zu erhöhen. Gemeinsam arbeiten wir nach dem Prinzip „Hilfe zur Selbsthilfe“, feinfühlig an Verbesserungen, um Beschämung und Entwürdigung zu vermeiden. Im Zuge dessen, können wir uns gleichzeitig vom Fortschritt und dem Einhalten des Verwendungszweckes der Gelder überzeugen.

Wirken

Menschliche Ansprache

Neben der finanziellen Hilfe und der Verteilung von Sachspenden, ist vor allem die menschliche Ansprache der Betreuten eine der Besonderheiten der thoma-stiftung. Sowohl die Möglichkeit der Bedürftigen ihre Sorgen kommunizieren zu können, als auch aufrichtige Anteilnahme an ihren Problemen sind für die Bedürftigen mindestens genauso wichtig wie materielle Hilfe. Gemäß des Wunsches von Stiftungsgründer Harald Thoma werden seit über 30 Jahren eine Frühjahrs- und Herbstfahrt nach Schäßburg durchgeführt, wobei sich jeweils ein Mitglied der Familie Thoma persönlich bei jede Familie über die aktuelle Situation, zusätzliche Hilfsmöglichkeiten sowie die ordnungsgemäße Verwendung der zur Verfügung gestellten Hilfsgelder überzeugt.

Menschliche Ansprache

Wandel durch Bildung

Im Laufe der Jahre haben wir erkannt, dass der Teufelskreis der Armut nur dann durchbrochen werden kann, wenn wir das Problem an seiner Wurzel bekämpfen. Kinder aus bedürftigen oder extrem kinderreichen Familien besitzen oft nicht die gleichen Chancen auf schulischen Erfolg. Aus diesem Grund liegt uns besonders die Unterstützung motivierter Schüler am Herzen, um ihnen so die Möglichkeit auf eine bessere Zukunft aus eigener Kraft zu ermöglichen.

Wandel durch Bildung
„Als es noch zu Ceausescus Zeiten mit der ersten Hilfssendung begann, hatte sich niemand von uns träumen lassen, dass dies über mehr als drei Jahrzehnte laufen würde. Vielleicht hätten wir sonst gar nicht begonnen – und das wäre falsch gewesen.“

Unser Team (Deutschland)

Harald Thoma

Harald Thoma († 2003)

Im Jahr 1989 entschloss sich Harald Thoma spontan mit seiner Frau Ingrid nach Siebenbürgen zu fahren, nachdem er aus einem Zeitungsartikel über die dortigen Zustände erfahren hatte. Es sollte eine einmalige Aktion sein, nie hätte er gedacht, dass daraus so viele Jahre werden würden. Kurz vor seinem Tod gründete er 2001 die thoma-stiftung. Seit seinem Tod wird seine Arbeit von seiner Frau und den beiden Kindern Annekatrin und Ralf fortgeführt.

Ingrid Thoma

Ingrid Thoma († 2026)

Ingrid Thoma führte die Arbeit ihres Mannes nach seinem Tod zusammen mit ihren Kindern Annekatrin und Ralf bis in das hohe Alter fort. Bis zu ihrem Tod im Jahr 2026 war sie zudem die Hauptverbindung zu unseren Freunden vom Lionsclub Am Tegernsee. Rumänien hatte immer einen besonderen Platz in ihrem Herzen. Mit viel Herzblut und Geduld arbeitete sie Jahr für Jahr an einer schrittweisen Verbesserung der Zustände und stellt somit eine Inspiration für die Weiterführung durch die nächsten Generationen der Thoma Familie dar.

Ralf Thoma

Ralf Thoma

Ralf kümmert sich neben seinen regelmäßigen Fahrten nach Sighisoara als Vorstandsvorsitzender um alle administrativen Belange. Er sorgt unerbittlich dafür, dass wirklich jeder einzelne Cent bei den bedürftigen Menschen ankommt.

Annekatrin Lamothe

Annekatrin Lamothe (geb. Thoma)

Annekatrin unterstützt die Arbeit der thoma-stiftung neben ihren regelmäßigen Fahrten nach Sighisoara als Beiratsmitglied. Sie engagiert sich außerdem im Rahmen unserer jährlichen Sammelaktion durch Koordination und das Sammeln und Beschriften der Bananenkartons.

Daniel Lamothe

Daniel Lamothe

Der älteste Enkel Haralds unterstützt seit seiner ersten Hilfsfahrt im Jahr 2014 die Hilfstätigkeiten der Stiftung und ist zudem regelmäßig in Sighisoara. Seit Juni 2019 engagieret er sich mit seinem Bruder im Vorstand der thoma-stiftung – zuletzt als stellvertretender Vorstandsvorsitzender.

Kevin Lamothe

Kevin Lamothe

Seit seiner ersten Hilfsfahrt nach Rumänien im Frühjahr 2018 engagiert sich Kevin im Namen seiner Großeltern für die thoma-stiftung – sei es durch Unterstützung in Deutschland, die Foto- & Videodokumentation der Tätigkeiten oder seine regelmäßigen Besuche in Sighisoara. Seit Juni 2019 engagieret er sich mit seinem Bruder im Vorstand der thoma-stiftung.

Unser Team (Rumänien)

Anika Zegheru

Anika Zegheru

Als wir 1989 in Schäßburg ankamen, trafen wir zufällig auf dem Marktplatz Anikas Onkel Hans Hedrich. Er sprach uns an, auf deutsch, und half uns während unseres ersten Aufenthalts. Eine langjährige und vertrauensvolle Freundschaft entwickelte sich mit Hans und Arpi, Anikas Vater. Anika verfolgte die Hilfe und unser Tun schon als kleines Mädchen, „ich bin damit groß geworden“ sagt sie. Heute ist unsere Arbeit ohne sie unvorstellbar, sie ist unsere Stimme und unser rechter Arm. Während unserer Abwesenheit kümmert sie sich um die Patenschaften, Brot-Abos, kauft ein für die Lebensmitteltüten. Die Bedürftigen kommen zu ihr wenn „Not am Mann“ ist. Nicht nur über das Schäßburger Sozialamt oder die Kirchen vor Ort erfährt sie, wenn es irgendwo Menschen gibt, die dringend Hilfe benötigen. Während unserer Besuche nimmt sie Urlaub, versorgt uns, wir dürfen bei ihr wohnen. Sie begleitet uns bei unseren Besuchen, ist unsere Fahrerin, Übersetzerin, sie kennt und weiß alles – sie ist einfach unersetzlich für uns!

Margarete Fazakas

Margarete Fazakas

LC Schäßburg

Margarete war Sekretärin des Bürgermeisters von Schäßburg. Da auch wir den Kontakt zum Rathaus suchten, hatten wir „zwangsläufig“ Kontakt mit ihr, woraus sich eine vertrauensvolle Freundschaft entwickelte. Heute ist „Manci“ pensioniert, engagiert sich aber weiterhin ehrenamtlich in vielen Bereichen. Sie ist aktiv in dem von Harald Thoma gegründeten Lionsclub Schäßburg integriert und kennt und begleitet alle Projekte, die wir in enger Zusammenarbeit mit dem Club unterstützen, wie z.B. die Stipendiaten im Liceul Tehnologic Nr. 1 oder die Rora-Kinder in der Grundschule. Ferner kümmert sie sich um die Organisation und Durchführung unseres jährlichen Transportes, ohne ihre Hilfe könnten wir unsere Hilfsgüter nur erschwert durch den Zoll bekommen. Sie kümmert sich um einen Lagerraum in Schäßburg sowie um die Verteilung der Hilfsgüter. Als ehemalige Sekretärin meistert sie routiniert und gewissenhaft den notwendigen administrativen „Schreibkram“ und die Abrechnungen. Wir sind froh und dankbar, dass wir uns auf Manci verlassen können und sie uns mit ihrer Erfahrung und Hilfe tatkräftig unterstützt – wir möchten und können nicht auf sie verzichten.

Lions Club Am Tegernsee

Lions Club Am Tegernsee

Ein besonderer Dank gebührt zudem dem Lions Club Am Tegernsee. Im Rahmen der langjährigen Zusammenarbeit an unserem Hilfsprojekt haben die Freiwilligen des Lions Clubs am Tegernsee viel Sach- und Geldspenden, aber vor allem Zeit investiert — und damit über die Jahre einiges bewirkt.

Die Unterstützung des LC ist eine essenzielle Hilfe für die Bedürftigen vor Ort und wir sind dankbar für die anhaltende Partnerschaft.

Stiftungshistorie

Ingrid Thoma – Mit-Initiatorin und Mit-Gründerin der Rumänien-Hilfe

Der Auslöser – Weihnachten 1988

Es begann damit, dass mein Mann Harald Thoma und ich um Weihnachten 1988 aus der Presse über die Zustände in Rumänien unter Ceausescus Regime erfuhren. Ceausescu ließ viele kleine Bauerndörfer dem Erdboden gleich machen mit dem Ziel, die bisher autarken Bauern in Plattenbauten größerer Städte umzusiedeln. Dies spornte Harald an, aktiv zu werden und mit der Hilfe hiesiger Pfarreien bekamen wir zahlreiche Adressen von Familien in Not in ganz Rumänien. Wir beschlossen, diese zu besuchen, um einen Ort zu finden, an dem unsere Hilfe besonders gebraucht wurde... und dann sind wir einfach losgefahren.

Die erste Reise nach Rumänien

Die Reise mit dem Auto gestaltete sich schwieriger als angenommen. Nach dem Grenzübertritt von Ungarn nach Rumänien stießen wir auf Unverständnis bei den Zollbeamten, die den Grund der Reise nicht verstanden. Es gibt bei uns keine Not! Harald und ich blieben gelassen, luden wie befohlen alle Sachen aus unserem Auto aus und machten in aller Ruhe Brotzeit. Letztendlich ließen uns die Zollbeamten nach Stunden auch ohne das vorgeschriebene Visum einreisen. Allerdings hatten wir das Gefühl, danach von der damaligen Geheimpolizei Securitate verfolgt zu werden.

Ankunft in Schäßburg

Nachdem wir bereits andere Städte und Familien auf unserer Liste besucht hatten, kamen wir schließlich nach Schäßburg in Siebenbürgen. Sofort war uns klar, dass wir hier die Armut am Stärksten zu bekämpfen hätten und die Bedürftigen unsere Hilfe wirklich benötigten, um überleben zu können.

Begegnung mit Hans Hedrich und der Familie Szapanyos

Ein weiterer Grund, warum wir uns letztendlich für diese Stadt für unsere Hilfe entschieden war Hans Hedrich, ein Lehrer am Schäßburger Gymnasium, der seine Ausreise nach Deutschland beantragt hatte und daher als Staatsfeind galt. Wir trafen Hans zufällig auf dem Schäßburger Marktplatz, er sprach deutsch und half uns bereitwillig, die Adressen der rumänischen Familien im Ort zu finden. Er war der Schwager von Roszi Szapanyos, Anikas Mutter. So ist der Kontakt zu Arpi Szapanyos, Vater unserer heute engsten Vertrauten und ihrer Familie in Schäßburg, entstanden.

Aufbau eines vertrauensvollen Netzwerks

Ein langjähriges Netzwerk an Vertrauensleuten, auf das wir uns verlassen können und inzwischen zu unseren Freunden zählen. Außerdem erhalten wir jedes Mal zuverlässige Hilfe durch den von Harald Thoma im Jahr 2002 gegründeten Lions Club in Schäßburg.

Vom einmaligen Einsatz zur dauerhaften Hilfe

Die ursprüngliche Idee, nur ein einziges Mal vor Ort Hilfe zu leisten, zerschlug sich noch während dieser ersten Reise, als wir die große Armut, Not und die katastrophalen Zustände erlebten. Zurück in Deutschland haben wir beschlossen, weiterhin Hilfsfahrten nach Rumänien zu organisieren.

Unterstützung durch den Lions Club Am Tegernsee

Der glückliche Zufall kam uns zu Hilfe, als der Lions Club Am Tegernsee an unserem Engagement Gefallen fand. Wir sind dem Club heute immer noch für die langjährige Unterstützung dankbar.

2001 – Gründung der Thoma-Stiftung

Im Jahr 2001, bevor er kurz darauf verstarb, gründete Harald noch die thoma-stiftung. Sein Herzenswunsch war, dass die Stiftung in seinem Sinne weitegeführt wird, was ich mit der vollen Unterstützung meiner Kinder bis heute mit Überzeugung tue.

Fortführung im Sinne von Harald Thoma